Artikelnummer: 978-3-943288-83-4

Die Fremdenlegion in Inochina

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Kriegserinnerungen und ein geschichtlicher Überblick

Der ehemalige Fremdenlegionär Michael Kaponya berichtet von seinen Einsätzen und Kämpfen in Indochina von 1949 bis 1952, in denen er in Cochinchina und Tonkin stationiert war. Der deutschsprachige Autor, der seit seinem Dienstende in Amerika lebt, blickt auch auf die Ereignisse der folgenden Jahre in Frankreich und beschreibt den Übergang vom Indochina- in den Vietnamkrieg sowie die Politik, die Amerika in die Kriege des zwanzigsten Jahrhunderts in Südostasien führte.
 
Diese schnörkellose und auf den Punkt gebrachte Erinnerung, die dem Autor weitestgehend seine eigene Sprache belässt, zeugt von den Sümpfen des Mekong-Delta, dem Dschungel und der gelben Erde Tonkins und gibt auch einen geschichtlichen Rückblick auf die Indochina Union, bestehend aus Tonkin, Annam, Laos, Kambodscha und Cochinchina. Sie zeigt auch den Zusammenhalt der Fremdenlegionäre, die aus zahlreichen Ländern stammend sich untrennbar unter der französischen Fahne mit dem lateinischen Motto "Legio Patria Nostra" – Die Legion ist unser Vaterland – vereinigen.

 

Leseprobe:

[...] Schifffahrt in den Fernen Osten (1949) 
Am Hafen spielte die Kapelle von Sidi-Bel-Abbès die Märsche der Legion. Einige ältere Frauen vom Social Service boten Sandwichs an und Kaffee mit salzigem Geschmack, da es kein anderes Wasser in Oran gab. Der Lastwagen mit unserem Gepäck kam an und wir begannen auf das Schiff zu steigen. Mit einem Blick auf einen Rettungsring erfuhr ich, dass ich an Bord der SS Oyannox aus Dünkirchen, eigentlich ein Lastschiff, war. Matrosen, die eher wie Hafenarbeiter aussahen, zeigten uns den Weg zu unseren Schlafräumen. Eine breite Treppe, aus dünnem Kieferholz gebaut, führte uns in einen unerträglich heißen Raum mit dreißig oder mehr dreistöckigen Kojen. In der Mitte waren einige Holztische mit Bänken. Ich stieg schnell wieder hinauf, um frische Luft zu schöpfen und bei unserer Abfahrt gegenwärtig zu sein. Wir standen gegenüber der grauen, farblosen Stadt. Die riesengroße Mauer der Zitadelle war mit riesigen weißen Buchstaben bemalt, die besagten: „Le peuple d’Algérie veut la paix avec le Vietnam!“ (Die Bevölkerung von Algerien will Frieden mit Vietnam!)
 
Wir waren darüber nicht allzu überrascht; auch sprachen wir nicht viel darüber. Der Bursche an meiner Seite bemerkte: „Kommunisten, die sind überall.“ – „Wir werden sie besiegen, früher oder später“, antwortete ich optimistisch. Aber ich hatte das Gefühl, dass wir in einen langen Kampf verwickelt sein würden. Propaganda und Sabotage begannen auch in Frankreich und niemand in der Welt kümmerte sich um die zwei Bataillone von Legionären, die Oran 1949 verließen. Aber so sei es. Wir waren Soldaten und standen treu zu unserer Fahne!
 

[...] Duc Hoa

Diejenigen von uns, die der Compagnie de commandement des Dritten Bataillons der 13e DBLE zugeteilt worden waren, bestiegen ein paar Lastwagen, die von einem Panzerfahrzeug begleitet wurden. Von der belebten, farbenreichen Stadt Saigon fuhren wir ungefähr 30 Kilometer über eine etwas holperige Landstraße in westlicher Richtung, umgeben von Reisfeldern, Sümpfen und Palmen, zu dem Dorf Duc Hoa, wo wir von unseren neuen Offizieren und Kameraden begrüßt wurden. Ich wurde informiert, dass ich in die Sektion der Pioniere eingeteilt werde, und da ich ein guter Schütze war, wurde ich mit einem leichten Maschinengewehr bewaffnet.
 
Duc Hoa war ein großes Dorf mit Querstraßen und wie die Umgebung von Bauern und Händlern bevölkert. Wir hatten zwei befestigte Lager an der Ost- und Westseite des Dorfes. Mit Befestigung meine ich Schutzgräben, eine Umzäunung mit geschärften Bambusspitzen und Stacheldraht. Die Legion besetzte das größere östliche Lager, das mehrere Gebäude einschloss, die Unterkunft für die Soldaten, die Verwaltung und die Krankenstation, eine Bar, die Küche, Garagen, einen Platz für eine weit feuernde Kanone und ein Durchgangslager für Kriegsgefangene. Das befestigte westliche Gebiet war besetzt mit freiwilligen vietnamesischen Soldaten, die mit uns fochten und die wir „Partisanen“ nannten – eine inoffizielle Bezeichnung.
 
Die Straße von Saigon war gepflastert, aber beschädigt, und in Duc Hoa kreuzte sie einige gepflasterte Wege. Verkehr von Zivilisten, meistens ins Dorf herein, war bei Tag erlaubt, aber nicht in der Nacht. Die Straße zwischen Saigon und Duc Hoa wurde täglich nach Minen abgesucht, bevor der Verkehr freigegeben wurde. Autos und Lastwagen fuhren meistens in einem Konvoi.
 
Unsere Unterkunft war primitiv, aber annehmbar unter den Umständen jener Tage. Wir hatten ein einfaches faltbares Feldbett mit einem Kissen und einer Decke, aber keine Matratze. Über dem Bett befand sich ein Moskitonetz, das oft von Wanzen befallen war. Darum habe ich öfters das Netz ins Gasolin getaucht. Später fand ich heraus, dass, wenn ich Ameisen in mein Bett ließ, sie die Wanzen und deren Eier vernichteten, mich aber nicht störten! 
 
[...] Die Fahrt dauerte einige Stunden und wir erreichten einen anderen Fluss, dem wir folgten. Die Ufer waren dicht bewachsen, aber wir gingen an einem überschaubaren Ort an Land, der sich zu einem Weg hin öffnete. Andere Legionseinheiten erwarteten dort schon unsere Landung. Dort spalteten wir uns, breiteten uns aus und gingen vorsichtig vorwärts in die gegebene Richtung. Wir hatten auch „Partisanen“ bei uns, die schwarz gekleidet waren wie die Viets. Uns wurde gesagt, dass schon mehrere Partisanen vorausgeschickt worden waren, um die genauen Plätze zu erforschen, an denen die Viets sich aufhielten.
 
Unser Sergent und der Leutnant begannen ein Gespräch, um auf die beste Strategie zu kommen, den Feind anzugreifen. Ein Legionär der anderen Einheit, der nah dabeistand, bemerkte diszipliniert und mit Respekt: Mon Lieutenant, erlauben Sie mir den Rat, dass unsere Sektionen sich in rechts und links trennen und eine ausschwärmende Schützenlinie bilden sollen, mit einem Maschinengewehr auf jeder Seite, sobald wir das offene Feld erreichen. Unsere Sektion kann ununterbrochenes Feuer eröffnen, während die Pioniere vorwärtsstoßen, bis auf einhundert Meter etwa. Anschließend können wir vorwärtsgehen und wieder das Feuer eröffnen. Wenn wir auf diese Weise weitermachen, können wir den Feind mit minimalen Verlusten erreichen und ihn überwältigen. Der Leutnant und wir hörten zu. Nach einer kurzen Pause war der Leutnant einverstanden und sagte, er habe dieselbe Idee gehabt. Er gab uns den Befehl, vorzurücken, auszuschwärmen und am Ende der bewaldeten Umgebung auf seinen Befehl zu warten, dass wir das Feuer eröffnen sollten.
 
Als wir vorrückten, hörten wir von links aus der Ferne schweres Feuer und Explosionen, die auch auf Mörser hindeuteten. Das mussten unsere Einheiten sein, von denen wir uns nach der Landung getrennt hatten. Das war ein Anzeichen dafür, dass unser Zusammenstoß mit dem Feind sich in einem ausgedehnten Gebiet abspielte und dass es ernst war.
 
 
 

Autor: Michael Kaponya

Rubrik: Französische Fremdenlegion - Biografie

ISBN: 978-3-943288-83-4

Einband: Softcover

Format: DIN A5

Seitenzahl: 198

Abbildungen: 43

Auflage: 1. Aufl. 07/2016  
 

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