Artikelnummer: 978-3-943288-23-0

Fallschirmjäger der Fremdenlegion

Bewertung:
Brutto-Verkaufspreis: 22,90 €
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Einsätze und Operationen in Afrika 1965–2015

Ohne Zweifel ist die Fremdenlegion die Eliteeinheit der französischen Streitkräfte, und die Fallschirmjäger des 2. REP sind Teil dieser Männerschmiede. Sie durchlaufen die härteste Ausbildung der Welt, werden, allen anderen Spezialtruppen voran, in heiklen, extrem gefährlichen Situationen eingesetzt. 

Dieser Luftlande-Verband, die Paras der Legion, besteht aus denselben Männern, die gemeinsam mit der Antiterroreinheit GIGN das Geiseldrama in Loyada beendeten und Jahre später, in einer Blitzaktion nach einem gewagten Fallschirmabsprung, tausende von Geiseln aus der Hand blutrünstiger Katanga Rebellen befreiten. Im Jahr 1982 eskortierten Soldaten des 2. REP, speziell die Fernspäheinheit CRAP, Jassir Arafat aus der von Israelis umzingelten Stadt Beirut, und nicht zuletzt suchten und fanden die Fallschirmjäger im zerklüfteten Gebirge im Norden Malis im Jahr 2013 hunderte Al-Qaida-Terroristen und brachten sie zur Strecke. 

In einem einzigartigen und fesselnden Buch, das zwei Protagonisten – Afrika und die Fallschirmjäger der französischen Fremdenlegion – zusammenführt, bietet der Autor dem Leser Einblicke in die Einsätze in Afrika und im Libanon in den Jahren zwischen 1965 und 2015.

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Leseprobe:

[...] Dieses Buch ist die Chronik der Fallschirmjäger der Legion über all die Operationen im erwähnten Zeitraum, gleichzeitig ist es auch postkoloniale Zeitgeschichte. Haupteinsatzorte sind entweder das Herz Schwarz- oder Zentralafrikas oder die Länder der Sahelzone, das Horn von Afrika mit inbegriffen.

Wieso die Afrikaeinsätze und nicht die anderen, fragt sich der Leser zu Recht. Nun, mir war es vergönnt, diesen Kontinent zwölf Mal „Boots on the Ground“ zu betreten. Und zu sagen,Afrika habe sich nicht in mein Herz gefressen, wäre eine Lüge. Alle Paras, die ich kenne, denken genauso. Eine geographische Ausnahme in diesem Buch bildet die Operation Épaulard. Sie fand 1982 in Beirut, im Libanon, statt. Ich habe sie deswegen mit berücksichtigt, weil hier der Nahe Osten und Afrika dicht an dicht beieinanderliegen. Kairo und Beirut trennen 550 Kilometer. Für afrikanische Verhältnisse ist das ein Katzensprung.

Ein ganz besonderes Augenmerk richte ich am Ende des Buches auf die Operationen ,Serval‘und ,Panther‘. Diese Einsätze verdienen es, ausführlich geschildert zu werden, da sie, wie schon Kolwesi, die Brillanz der Paras Legion in Gänze widerspiegeln. Ausführlich auf die jeweilige Politik und Zeitgeschichte aller Länder und aller im Buch vorkommenden Schauplätze einzugehen, würde den Rahmen desselben total sprengen. Es wäre zu komplex, davon zu berichten. Die ethnischen Verstrickungen, die sich weit zurück in die Zeit des Königreichs Kongo oder in die Epoche des Reiches von Kanem erstrecken, sind für uns Europäer oft unverständlich. Um den Sinn hinter den ständigen Coups d'État, den Rebellionen und Gegenrebellionen im Brennpunkt Zentralafrika und der Sahelzone der Jahre zwischen 1965 und 2015, zu verstehen, muss man eine afrikanische Seele besitzen. Oder die eines korrupten westlichen Politikers. Nichtsdestotrotz ist es notwendig, den Leser in den Kontext der Operationen zu versetzen, denn nur so können gewisse Verhaltensweisen der verschiedenen Kriegsparteien verstanden und interpretiert werden.

[...] Kinshasa

Alle Männer fühlten sich ausgeruht und fit, die Moral konnte besser nicht sein. Unter normalen Umständen bekleidete mein Stellvertreter, ein Feldwebel belgischer Nationalität, die Funktion Führer des Zugtrupps. Für die Kongo-Mission allerdings habe ich ihm eine andere Aufgabe zukommen lassen. Nach der Anlandung wollte ich rapide einsickern. Für dieses Vorgehen sollte er den Einsatz der ersten und der zweiten Gruppe koordinieren. Ich wollte, dass diese beiden Gruppen hinten links und hinten rechts und tief gestaffelt in meiner Zugkeilformation marschierten. Sie hatten unter anderen die Aufgabe, den Zugtrupp und die vorneweg aufklärende dritte Gruppe zu decken. In der Legion ist der Platz des Chefs vorne. Mit Blick ins Gelände. Mit zwei Gruppen im Rücken fühlte ich mich wohler, wissend, dass ich so im Falle einer Feindberührung mit einem rapiden, koordinierten Deckungsfeuer rechnen durfte. Eine Umstellung in Zugbreitkeilformation könnte innerhalb Sekunden geschehen, falls die Lage dies erforderte. Einen Sonderfall bildeten die drei Scharfschützen. Sie sollten total selbstständig, unabhängig und flexibel operieren. Sie wussten, was von ihnen verlangt wurde. Ihr Instinkt würde sie zur geeigneten Zeit die angemessenen Entscheidungen treffen lassen. Die Achillesferse der Operation stellten ohne Zweifel das Gelände und die Stadt selbst dar. Kinshasa hatte eine immense Ausdehnung. Hier lebten über acht Million Menschen. Ein Slumviertel jagte das nächste. Eine Gasse verschachtelte sich mit der vorhergegangenen! Eine Beschilderung schien es kaum zu geben und hundert Straßen trugen dieselben Namen. Erschwert wurden diese Zustände dadurch, dass unser Kartenmaterial bescheiden ausfiel, um kein anderes Wort benutzen zu müssen. Die Nachbarzüge, die links und rechts von mir ihrem Ziel entgegenmarschierten, würde ich kaum zu sehen bekommen. Den Worten meines Capitaines nach lagen die den Zügen zugeordneten Sammelpunkte und Anlaufstellen für die Expatriierten zu weit auseinander. Sollte es Schwierigkeiten geben, dann war eine unmittelbare gegenseitige Unterstützung das Letzte, womit man rechnen konnte. Hubschrauber? No Go! Ein Fragezeichen tat sich auch bezüglich der Einwohner auf. Wie verhielten sie sich uns gegenüber? Alles war möglich, selbst das allerübelste Desaster. Wenn sämtliche in Brazzaville bereitstehenden alliierten Soldaten gleichzeitig in Kinshasa zum Einsatz kämen: Die Stadt war so weiträumig und unübersichtlich, die Anzahl der Boots on the Ground so gering, dass die meisten Bürger es wohl gar nicht mitbekommen hätten. Die Gefahr, sich in etwas zu verrennen, war sehr real. Eine komplette Division konnte von der Stadt einfach so verschlungen werden. Unterstützung würde es auch nicht im Rahmen einer Zusammenarbeit mit Artillerie, Mörsern, oder Luftwaffe etc. geben. Wir konnten uns also nur auf uns selbst verlassen. 

[...] Operation Licorne

Zwischen September 2002 und März 2003 kamen in der Elfenbeinküste vier Kampfkompanien sowie die Stabs- und Versorgungskompanie der Fallschirmjäger der Legion zum Einsatz. Sie unterstanden dem Groupement Tactique Interarmes Ouest (GTIAO). Die Paras Legion operierten im Westen des Landes, entlang des Sassandraflusses, stellten somit die Verbindung, den Schulterschluss mit der regulären Armee des Landes, der FANCI, her. Diese kämpfte auf demselben Breitengrad gegen die MPCI-Bewegung, die sich später im Laufe der bürgerkriegsähnlichen Situation mit anderen Gruppen wie MPIGO und MJP zur Koalition der Forces Nouvelles, der neuen Kräfte, zusammenschloss. Auf dem Kriegsschauplatz bewegten sich auch unkontrollierbare und irreguläre Söldner aus Liberia. All diese Gruppierungen in der Hitze des Kampfes auszumachen und zuzuordnen erforderte Erfahrung und Bauchgefühl. Beides hatten die Legionäre. Man erzählte mir später, dass es für jeden Feind, von der simplen Notwehr, die ja für alle in Beton gemeißelt war, mal abgesehen, andere Rules of Engagements (ROEs) gab. Das machte die Sache nicht unbedingt einfacher. Am 28. September verlegte die CEA, die schwere Kompanie des 2. REP, von Dschibuti nach Abidjan. Die Blauen waren vor ihrer Verlegung auf einer compagnie tournante am Horn Afrikas unterwegs. Der erste Auftrag der Männer der schweren Kompanie war es, den Flughafen MAN zurückzuerobern. Der Befehl dazu wurde am Nachmittag des 29. November erteilt. Sofort darauf rückte die Kompanie klar zum Gefecht aus. Zuerst musste herausgefunden werden, wo der Feind seine Abwehrstellungen hatte. Ganz bewusst gingen deshalb kleine Spähtrupps der Blauen entlang der Feindlinie auf „Kontakt“. Schon während der Auswertung aller Berichte fügte sich das Bild nach und nach zusammen. Die Stärke der Rebellen, die den Flughafen hielten, wurde Pi mal Daumen auf einhundert geschätzt. Die Feindstellungen waren hervorragend ausgebaut, die Rebellen gut organisiert und an jedem Punkt der Verteidigungslinie hellwach. Sie zu vernichten würde kein Leichtes sein. Nichtsdestotrotz griffen die Blauen am frühen Morgen des nächsten Tages an.

 

 

Autor: Thomas Gast

Rubrik: Französische Fremdenlegion - Sachbuch

ISBN: 978-3-943288-23-0

Einband: Softcover

Format: DIN A5

Seitenzahl: 348

Abbildungen: Fotos, Skizzen, Städte- und Landkarten - teilweise in Farbe

Auflage: 1. Aufl. 07/2016  

Lieferzeit: sofort verfügbar

 

 


Dienstag, 07. März 2017

Von Bernd Schlicker (amazon 21.08.2016)
Die "Fallschirmjäger der Fremdenlegion" ist ein weiteres hervorragendes Werk von Thomas Gast zum Thema Legion Etrangere. Auch dieses Buch zeichnet sich wieder durch seine persönlichen Erlebnisse und langjährigen Erfahrungen, sowie durch umfangreiche und sehr gut recherchierte Fakten aus. Und durch den spannenden doku-romanähnlichen Schreibstil des Autors ist es wirklich schwer das Buch aus der Hand zu legen...

Außerdem kann ich von Thomas Gast die Bücher "Terror im 21. Jahrhundert", sowie "Survival total Band 1" und "Survival total 2" sehr empfehlen. Gerade in unserer zunehmend unsicheren Welt sind diese drei Bücher brandaktuell und sollten eigentlich in keinem Bücherregal fehlen...

Ich hoffe in der Zukunft noch viele Bücher von Thomas Gast lesen zu können und wünsche allen Käufern viel Spaß beim Lesen.

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